Tänze und Bewegungen nach Gurdjieff
Eine Verbindung zwischen dem Osten und dem Westen
Während seiner Reisen durch Tempel und Klöster in Zentralasien, im Mittleren und Fernen Orient beobachtete Gurdjieff, dass Musik und Tanz nicht nur als Mittel für die bewusste Umwandlung und Entwicklung des Menschen genutzt wurden, sondern auch für die Übermittlung eines bestimmten Wissens. Gurdjieff erschuf selbst zahlreiche Tänze und verband damit ein esoterisches Wissen aus dem Orient mit wissenschaftlichen Methoden aus dem Westen. Er war als Tanzmeister und spiritueller Lehrer bekannt und konnte esoterische Kenntnisse der großen spirituellen Traditionen an die Bedürfnisse und Sensibilität der aktuellen Gesellschaft anpassen.
Fragmente einer Lehre
Die heiligen Tänze, die auch „Bewegungen" genannt werden, spielen eine wesentliche Rolle in der Lehre von Gurdjieff. Hinzu kommen auch mündlich überlieferte praktische Übungen für den Alltag, musikalische und rhythmische Kreationen. Diese machen einen Zweig der „Wissenschaft der Bewegungen" aus und stellen ein sehr kraftvolles Werkzeug dar, durch den Körper und Geist restrukturiert und zentriert werden. Diese Tänze können das Tiefste in uns hervorbringen. Wenn wir dazu fähig sind, von einem gewöhnlichen Zustand zu einem höheren zu gelangen, hat sich etwas in uns verändert. Dies erfordert die harmonische Entwicklung der ganzen Person – von Körper, Geist und Herz.
Eine grundlegende Erfüllung
Durch die Anwendung der „Bewegungen" kann man die Wahrnehmung einer qualitativ höheren Energie entwickeln. Viele Menschen empfinden die „Bewegungen" wie eine Offenbarung, da sie so anders sind als alles, was in der Welt der Tänze existiert. Sie helfen uns dabei, uns selbst im Alltag zu beobachten und bewusster zu werden. Die „Bewegungen" können von daher einen außergewöhnlichen Einfluss auf den psychischen Zustand der Tänzer haben. Gemäß der Sufis führt die Anwendung der Derwisch-Tänze zu einem erfüllten Zustand auf allen Ebenen unseres Wesens: körperlich, emotional, intellektuell und sogar spirituell. Sie liefern Gesundheit, Ausgeglichenheit und Glück, Ruhe und Harmonie.
Die Tänze
Den Tänzen liegt eine ästhetische Schönheit inne. Die Tänzer sind zumeist in Linien mit 6 oder 7 Tänzern aufgestellt, manchmal nach geometrischen Figuren. Man kann sich eine vage Vorstellung von den Tänzen machen, mit Bewegungssequenzen zu einem bestimmten Rhythmus, langsam oder schnell, mit hierarchischen Positionen des Körpers (Oberkörper, Beine, Arme, Kopf), wie sie auf uralten Gemälden oder Bildhauereien zu erkennen sind, eine Art heiliges Alphabet in Bewegung. Demjenigen, der sich auf einem Weg zur Kenntnis und zum Wissen befindet, erscheinen diese Tänze wie ein Buch, welches bestimmte Gesetze beschreibt: „Tanz der Atome", Bewegung der Planeten, Symbole, Gesetze der Rück- und Weiterentwicklung der verschiedenen Energien…Diese Tänze erfordern für den Übenden jedoch auch eine Disziplin in Körper und Geist, eine spirituelle Übung für eine innere Verwandlung.
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Tilda