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Burn-out Prävention: Wenn Stress krank macht.



Von Dipl. Psychologin Hedda Janssen.


Dieser Blogartikel umreißt den ersten Teil meines gleichnamigen Live-Vortrags. Bitte blicken Sie gelegentlich in unseren Terminkalender und nutzen Sie die Gelegenheit, um in rund eineinhalb Stunden tiefere Hintergründe zu den Themen Burn-out, Stressprävention und Entspannung persönlich zu erfahren.


Nachfolgend finden Betroffene, Gefährdete oder Menschen, die in Ihrem Umfeld gestresste Menschen wahrnehmen, einige nützliche und hilfreiche Grundlagen und Hinweise zu URSACHEN und AUSWIRKUNGEN. Mögliche AUSWEGE beschreibe ich im nächsten, zweiten Teil des Blogartikels.


Was ist Stress – wie entsteht Stress?

Stress wird im Alltag als Wort häufig benutzt. Jeder weiß, was damit gemeint ist. In der Regel empfindet der Gestresste das zu leistende Arbeitspensum (Aufgaben, Herausforderungen) als sehr hoch. Wenn ein widerstandsfähiger Mensch gelegentlich solche Situationen erlebt, bekommt er das in aller Regel gemeistert.

Wir wollen etwas „fachlicher“ auf den Zustand blicken und haben besonders im Auge, wenn dieser empfundene Zustand zum Dauerthema im Leben wird und deutliche gesundheitliche Auswirkungen zur Folge hat.


Definition:

Stress bezeichnet durch spezifische äußere Reize hervorgerufene psychische und physische Reaktionen bei Lebewesen, die zur Bewältigung besonderer Anforderungen befähigen, sowie die dadurch entstehende körperliche und geistige (mentale) Belastung.


Welche äußeren Umstände (Stressoren) zu Stress führen können:

Die wohl häufigste Ursache für Stress sind Überlastungssituationen, d. h. wenn äußere Umstände auf uns einwirken, von denen wir glauben, ihnen nicht gewachsen zu sein. Meist kreisen die Themen um Zeit, Geld oder zwischenmenschliche Konflikte. Werden solche Einflüsse zum Dauerzustand oder belasten uns mehrere Themen gleichzeitig, sind wir besonders gefordert.


Manche Menschen können durchaus einen kühlen Kopf bewahren: Das liegt an der inneren Einstellung. „Läuft aber das Fass über“, verstärken sogenannte „innere Stressoren“, also unsere Gedanken und Gefühle die stressig erlebte Situation. Einen großen Einfluss auf die inneren Stressoren hat der jeweilige Persönlichkeitstyp.


Welche Persönlichkeitstypen wir im Umgang mit Stress unterscheiden können:

Der eigene Charakter bestimmt sehr stark, wie wir mit Stresssituationen umgehen. Jemand, der alles besonders gut machen will, erlebt ganz andere äußere Faktoren als stressig als ein sehr bequemer oder müßiger Mensch. So braucht es in der Stressbewältigung oder Prävention auch ein gutes Maß an Selbsterkenntnis. In meinem Vortrag gehe ich auf diesen Part sehr viel ausführlicher ein und auch in persönlichen Coachings liegt darin ein großes Augenmerk, da der neutrale Blick von außen so manch eigenen blinden Fleck aufdecken hilft.


Welche Eigenschaften im Charakter eines Menschen, neigen zu inneren Stressoren:

In der Praxis zeigt sich, dass die häufigsten Ursachen für inneren Stress, Ängste oder Sorgen sind. Die Facetten der Angst sind natürlich sehr vielfältig. Oft sind Minderwertigkeitsgefühle, das Gefühl, nicht gut genug zu sein oder die Angst, abgelehnt zu werden, tief sitzende Ursachen. Aber auch ehrgeizige Menschen, die viel zu viel wollen, neigen sehr stark dazu, sich gestresst zu fühlen. Eine ehrliche Selbsteinschätzung ist hilfreich, um den persönlichen Ursachen auf die Spur zu kommen und sinnvolle Prävention zu betreiben.


An diesen Auswirkungen erkennen Sie den Einfluss von Stress:

Gestresste Menschen sind je nach Typus oft gereizt, ungeduldig oder übertrieben impulsiv. Sie wirken nervös, unruhig, zittrig, berichten von Schlafstörungen oder Bluthochdruck. Andere wiederum wirken passiv, müde, traurig oder in sich gekehrt. Wie der Stress zum Ausdruck kommt, hängt stark von den oben beschriebenen Charaktertypen ab. Als Außenstehende nehmen Sie oft leichter wahr, ob jemand unter einer Stresssituation leidet oder gar auf einen Burn-out oder eine Depression zusteuert. Bleiben Sie achtsam und verständnisvoll. Die Empfehlung an Betroffene auszusprechen, sich von einem Experten beraten zu lassen, ist oft Gold wert.

Mental leidet der oder die Gestresste unter einem dauerhaft anhaltenden, meist negativen und destruktiven „Kopfkino“ und ist oft voller Sorgen.


Bei andauernden Stress-Situationen entwickeln sich oft:

  • deutliche Konzentrationsschwächen

  • Gedächtnislücken

  • Häufung von Flüchtigkeitsfehlern

  • Lustlosigkeit verbunden mit Kreativitätsverlust und deutlichem Leistungsabfall


Sie haben nun wichtige Aspekte kennengelernt, die Ihnen helfen können, bei sich selbst oder in Ihrem Umfeld zu erkennen, ob Stressfaktoren und deren Auswirkungen in einen kritischen Zustand führen könnten. Sollten Sie akut betroffen sein, scheuen Sie bitte nicht, mich zu kontaktieren, und wir besprechen eine persönliche Ausstiegsstrategie, um Heilprozesse einzuleiten und die Lebensqualität wieder deutlich zu steigern.


Im nächsten Blogartikel skizziere ich einige der Ausstiegsmöglichkeiten und zeige Möglichkeiten auf, die Sie selbst zur Linderung Ihres Stressempfindens umsetzen können.